Drupal 7, Joomla 1.5 und dotCMS 1.9: Pro und Contra
Montag, 2 August 2010 11:52
In den letzten Tagen habe ich mich etwas mit in Java geschriebenen, freien Web-Content-Management-Systemen auseinandergesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass einige dieser Systeme deutlich ausgereifter als die weiter verbreiteten PHP Systeme sind. Einen sehr guten Eindruck hinterließ dotCMS. Wobei anzumerken ist, dass ich Systeme – die deutlich über die Funktionalität eines Web-CMS hinausgehen – nicht genauer betrachtet habe.
Umgesehen habe ich mich, da ich momentan – aus verschiedenen Gründen – mit Joomla – welches ich momentan hauptsächlich einsetze – unzufrieden bin. Folgend poste ich, die zur Findung des optimalen CMS angelegte Pro und Contra Liste. Die Liste hat nicht den Anspruch vollständig zu sein. Vielmehr ist sie eine Stichwortsammlung. Argumente habe ich für die CMS Joomla 1.5 (aktuell genutzt), Drupal 7 (PHP Alternative) und dotCMS (Java Alternative) gesammelt.
Pro Joomla 1.5
- guter Webspace mit PHP Unterstützung ist leicht zu finden
- kommerzielle Verdienstmöglichkeiten durch breite Nutzerbasis
- Supportforen und freie Bücher für Kunden, die ihre Website selbst pflegen möchten, sind verfügbar
- Erweiterungen nutzen MVC-Pattern
- viele Erweiterungen verfügbar
- Einfache (Komplett-)Verwaltung für Kunden
Contra Joomla 1.5
- PHP Programmierung
- Codequalität
- Inhaltsstruktur (Bereiche und Kategorien)
- Abwärtskompatibilität (Inovationskiller)
- viele Erweiterungen nötig für Standard Blog funktionalität
- viel Overhead bei der Entwicklung von Erweiterungen
- allgemein zu feste Strukturen
- kein Rechtemanagement
Pro Drupal 7
- guter Webspace mit PHP Unterstützung ist leicht zu finden
- Multi-Site Support
- Modularer Aufbau
- Flexibilität
- Erweiterungen, die nur eine Funktion erfüllen
- Code-Basis ist gut nachvollziehbar
- Dokumentation
- Inhalte sind für Kunden einfach verwaltbar
- Multi-Language Support
- Keine Abwärtskompatibilität
- Small Core verfügbar
- Installationsprofile
- Bildverwaltung (inkl. Thumbnailgenerierung und Resizing)
- Organisation des Projektteams/ der Community
Contra Drupal 7
- PHP Programmierung
- eigene Inhaltsstrukturen nur beschränkt unterstützt
Pro dotCMS 1.9
- Java Programmierung
- Multi-Site Support
- Flexibilität
- Inhaltsstrukturen vollständig selbst definierbar
- Skriptingmöglichkeiten (z.B. in PHP und Ruby)
- Theming
Contra dotCMS 1.9
- guter Webspace mit Java Support ist schwer zu bekommen
- Weiterentwicklung abhängig von einer Firma
- gemischte Lizenz (Community und Enterprise Editionen)
- Komplexe Codebasis -> lange Einarbeitungszeit für guten Überblick über das System
- Dokumentation
Fazit
Da ich viel Wert auf Flexibilität, multi-Site, sowie multi-Language Support und ein überblickbares Systems lege, werde ich mich schlussendlich wohl für Drupal 7 entscheiden. Die Umsetzung des Vorhabens wird jedoch eine Weile dauern und falls ich während der Arbeit noch größere Nachteile oder Einschränkungen von Drupal entdecke, werde ich hier berichten.
Welches System ich in Zukunft meinen Kunden vorschlage, hängt weiterhin von deren Einsatzzweck ab. Joomla bietet gegenüber den anderen Systemen Vorteile, wenn ein Kunde – mit relativ wenig Vorwissen – seine Website vollständig selbst verwalten möchte.
Anmerkung: Ich unterscheide in der Einleitung dieses Artikels zwischen Web-CMS und CMS. Anlass hierfür ist, dass in der "Java-Welt" auch Content-Management-Systeme existieren, die nicht hauptsächlich für die Verwaltung von Internet-, bzw. Intranet-Seiten entwickelt wurden. In der "PHP-Welt" gibt es solche Systeme meines Wissens nach nicht, daher wird CMS oft mit Web-CMS gleichgesetzt.
Mehr Beiträge zum Thema? Folgend eine Liste mit Empfehlungen.
- Drupal: Informationen zur Version 7
- Drupal 7: Alpha 5 veröffentlicht
- Drupal: Code Rückführung des Weißen Hauses

Vielen Dank für die Übersicht. Allerdings möchte ich eine noch was zu den Kontra-Punkten bei Joomla und Drupal anmerken. Mit einer Installation von K2 unter Joomla lässt sich die Flexibilität enorm erweitern. Dasselbe gilt für Drupal mit der Nachinstallation von CCK.
Ich fand Joomla mal richtig Cool, aber kein anderes System verbindet Entwickler und Anwender so benutzerfreundlich wie Contao. Vorallem die Skallierbarkeit der Templates, des Themes, Multisites, Modulen, Contentelementen, FAQ, Glossar, Formulargenerator uvm.
http://www.contao.org
Gruß Tilo
ich habe mit phpnuke und ähnlichen dingen angefangen, bin dann über mambo den sprung zu joomla mitgemacht, mit typo3, typolight (neuer name: contao) gearbeitet, natürlich auch wordpress und wordpress-multisite (“mü” ^^) und wirklich ohne zurückzublicken bei drupal (aktuell drupal 7) hängengeblieben.
wenn es noch skalierbar sein soll für _wirklich_große_websites die über viele webserver und datenbanken laufen und millionen user pro stunde bedienen sollen, dann würde ich auf plone cms setzen (python). göttlich.
mir ist allerdings noch kein kundenprojekt untergekommen, das ich nicht mit drupal hätte umsetzen können. die community ist ein traum und die beschränkung der module auf ganz genau definierte und vor allem voneinander abgegrenzten funktionalitäten ist herrlich. wer für joomla, wordpress oder andere cms sucht, findet hunderte ähnlicher, die alle (fast) das machen, was man will.
bei drupal gibt es 1-3 alternativen mit verschiedenem fokus, so daß man tatsächlich “rezepte” für bestimmte problemstellungen erstellen kann, die man auch mittels installations-profil automatisch ausrollen kann.